Occupy Bewegung befeuert den politischen Diskurs

Am 3. Dezember fanden im Schauspiel Frankfurt die 39. Römerberggespräche mit dem Thema „Gefällt mir nicht – Demokratie auf dem Prüfstand“ statt. Auf dem Podium der nachmittäglichen Diskussionsrunde saß unter anderen Eric Buhn als Vertreter der Occupy-Bewegung aus dem Camp gleich gegenüber. Die Occupy Bewegung nimmt also bereits ihren Platz im politischen Diskurs in der Stadt ein.

Im realen Leben besetzen Frankfurter Occupy-Aktivisten seit dem 15. Oktober die Taunusanlage vor der Europäischen Zentralbank und protestieren mit einem Zeltlager von teilweise über 100 Zelten gegen die bestehende Finanzordnung. Unter den Campern sind Berufstätige, Studenten Schüler und Arbeitslose, unterstützt wird die Bewegung durch Spenden aus der Bevölkerung. Im Camp finden Diskursgruppen und Workshops statt und es werden Protestaktionen organisiert wie z. B. die Umzingelung der rund 500 Geldinstitute in den Hochhäusern der City durch 10.000 Menschen am 13. November, zu der ein breites Bündnis von Globalisierungsgegnern, Umweltschützern und Gewerkschaftern aufgerufen hatte.

Die Bewegung, die sich aus Menschen mit unterschiedlichen Ansichten zusammensetzt, transparent, tolerant und offen für jeden sein möchte, ist sich nach eigenen Angaben darin einig, die »Macht des Kapitalismus, des Geldes, der Banken, der Märkte und der Regierungen« begrenzen zu wollen. Dabei sieht sie sich vor mehrere Fragen gestellt: Wie organisiert man Dissenz? Wie erreicht man die Jugend? Wie nimmt man die Bevölkerung mit? Wie vermeidet man Applaus von der falschen Seite? Eric Buhn betätigte, dass man vorerst nur in der Lage sei, Fragen zu stellen und noch keine Antworten dafür parat habe. Aber das Camp habe eine utopische Dimension, weil dort soziale Erfahrungen gemacht werden könnten, die sonst nirgends möglich seien. Vorbild von Occupy Frankfurt sind Proteste in New York (Occupy Wall Street) und in anderen europäischen Großstädten.

Kommentare

Bild von K.F.

Ich finde Eure Arbeit gut. Mein Vertrauen in den Staat und vor allem in die Banken ist verloren gegangen. Ich habe kein Vertrauen mehr, man wird nur betrogen und belogen. Was ist das für eine Basis ?
Macht weiter so, vielleicht wird Deutschland mal wieder das was es war. Oder trauere ich Dingen nach die es nicht mehr gibt. Alte Werte von Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit , Treue usw. ?

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